Castelnau Mattheis:
Über den Planungsprozess.

In der Stadt Trier besteht eine große Nachfrage nach Wohnraum. Um diesem Mangel zu begegnen und für die kommenden Jahrzehnte ausreichend Wohnbauflächen bereitstellen zu können, hat die Stadt Trier den Flächennutzungsplan fortgeschrieben. Mit dem Beschluss des Trierer Stadtrates am 12. Mai 2016 zum Quartiersrahmenplan für den zweiten übergeordneten Bauabschnitt von Castelnau sind die weiteren, zukunftsorientierten Planungen von Castelnau Mattheis eingeleitet worden. Die Planungen zum Quartiersrahmenplan starteten bereits 2013 mit zahlreichen zu erstellenden Fachgutachten (siehe Info-Box). 

Bereits in den 1990er Jahren hat die Stadt Trier ein Konversionskonzept für das gesamte Stadtgebiet erstellt, in dem auch die ehemalige Kaserne Castelnau ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung war. Seit 2012 erfolgt durch die EGP GmbH die Revitalisierung.

Das Ziel aller Planungen ist der Aufbau eines harmonischen Gesamtkonzepts für Castelnau Mattheis mit Sensibilität, Effizienz und Klarheit. Gemäß diesem Konzept wird dann der ausgeprägte und unterscheidbare Charakter der fünf Wohnquartiere aus dem Potential des jeweiligen Ortes entwickelt. Das Ergebnis werden lebenswerte und moderne Wohnquartiere mit hohem Naturerfahrungswert unter Erhalt der wesentlichen Biotopfunktionen sein.

Erstellte Fachgutachten im Rahmen der Planung (2013–2016):

  • Verkehrserschließung/Entwässerung – Ingenieurbüro Scherf, Trierweiler
  • Verkehr – R+T Verkehrsplanung, Darmstadt
  • Lärm-/Schalluntersuchungen – FIRU GfI Gesellschaft für Immissionsschutz, Kaiserslautern
  • Bodenuntersuchungen – Dr. Jung + Lang Ingenieure, Saarbrücken
  • Mobilität – ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung, Hamburg
  • Planungsprozess – FIRU mbH, Koblenz

Das Erschließungskonzept: Zentrale Quartiersachse als Lebensader in Castelnau Mattheis.

Das Rückgrat ist die geschwungene Haupterschließungsstraße, die als neue Lebensader alle Wohnquartiere von Castelnau Mattheis miteinander verbindet. Drei Plätze bilden markante Orte im Quartier und gliedern mit Hilfe der Quartiersachse das Areal. 

Die drei Plätze von Castelnau Mattheis.

Der südliche Platz (1) des Wohnquartiers liegt an einer Grünfuge nach Westen und einem Hauptfuß- und Radweg zum Landschaftspark. Der zentrale Quartiersplatz (2) ist über die Landschaftstreppe (Richtung Nordwesten) an das Quartier Castelnau – und über eine Grünfuge mit dem Landschaftspark verbunden. Der nördliche Platz (3) bildet den Endpunkt der Quartiersachse.

Die drei Quartiersplätze bilden die öffentlichen Begegnungs- und Kommunikationsräume zwischen den einzelnen Wohnquartieren und dienen gleichzeitig dem Anschluss an den ÖPNV. Hierbei nimmt der zentrale Quartiersplatz (2) in direkter Nachbarschaft zur Sozialen Mitte eine besondere Rolle ein – da er der belebteste der drei Plätze werden wird. 

Mobilität und Verkehrsanbindungen.

Die Quartiersachse verbindet die drei Quartiersplätze. Auf diesem sind die Mobilitätspunkte mit Bushaltestellen vorgesehen. Innerhalb der Plätze ist das Konzept des Shared Space* angedacht. Das Wohnquartier Stadtkrone wird über eine Buslinie mit dem Quartier Castelnau und der Trierer Innenstadt verbunden. Die Wohnwege werden als Stichstraßen mit Wendeplätzen geplant. Die landschaftlichen Fußwege, auch auf der ehemaligen Panzerstraße, werden mit der inneren Quartierserschließung vernetzt.


* Shared Space (deutsch: gemeinsamer Raum) ist die gemeinsame räumliche Nutzung durch Kfz-, Fuß- und Radverkehr, sowie ÖPNV mit der Absicht die Verkehrssicherheit durch gegenseitige Rücksichtnahme in diesem Bereich zu erhöhen und einen gemeinsamen öffentlichen Begegnungsraums zu schaffen.

Castelnau Mattheis wird grün.

Das Freiraumkonzept von Castelnau Mattheis basiert auf der Verbindung von bestehenden Naturräumen und der Schaffung neuer grüner Freiräume. Mit gestalteten Gärten, öffentlichen Freiräumen, bewaldeten Inselbereichen und sich entwickelnden Waldstrukturen soll ein naturnahes Lebens- und Raumgefühl erzeugt werden.

Der möglichst weitgehende Erhalt des Baumbestandes, die Verlängerung des Alleenbereiches entlang der Quartiersachse, die Schaffung von zusammenhängenden Waldinseln und die ökologische Aufwertung bestehender Waldstrukturen durch einen Waldgürtel und die Pflanzung von Nährgehölzen im Übergang zum FFH-Gebiet* sind die Grundpfeiler dieses Konzepts.

* FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen.

Das Maßnahmenkonzept für Natur- und Artenschutz 

Der Schutz und die Integration bestehender Waldstrukturen in das Wohnquartier spielen im Maßnahmenkonzept der egp für den Natur- und Artenschutz eine wesentliche Rolle. In Castelnau Mattheis wird es diese Waldstrukturen in Form von Waldinseln oder als markante Bestandsbäume z. B. in den privaten Höfen oder Gärten geben.

Da die Bestandsbäume attraktive Naturdenkmäler und wichtiger individueller Lebensraum sind, können durch ihren Erhalt, soweit möglich, z. B. in den Waldinseln die ortsspezifische Atmosphäre des Areals und deren Habitat-Funktionen gefördert werden. In einer Pufferzone zum FFH-Gebiet* sind Nährgehölze und der angereicherte Waldmantel die wesentlichen Elemente. Die Pufferzone bildet die östliche Grüngrenze des Quartieres und wird entsprechend ihrer natürlichen Strukturen und den Anforderungen des Artenschutzes in verschiedene Nutzungszonen gegliedert. Zudem soll sie der Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen innerhalb des Plangebietes dienen. Entlang des Rundweges und im Bereich des Rundwegs werden diese Nährgehölze gepflanzt. Der Waldmantel als Übergang zum FFH-Gebiet* wird durch Neupflanzungen als Lebensraum aufgewertet. Das ehemalige militärische Übungsgelände wird durch einen Zaun vom Wohnquartier abgetrennt, dämmt so störende Einflüsse und übernimmt wichtige Biotopfunktionen.

Erstellte Fachgutachten zu Natur- und Artenschutz im Rahmen der Planung (2013–2016):

  • Biotoptypen – Weluga Umweltplanung, Bochum
  • Wildkatze – Büro für Faunistik & Landschaftsökologie, Bingen
  • Fledermäuse – Gessner Landschaftsökologie, Schweich
  • Brutvögel – Büro für Naturschutz & Landschaftsökologie, Trierweiler
  • Reptilien/Amphibien – Landschaftsökologische Arbeitsgemeinschaft Trier, Schömerich

Castelnau Mattheis: Die Landschaftstreppe

Die Landschaftstreppe, die von Norden ansteigt, sich über den zentralen Quartiersplatz fortsetzt und mit leichtem Gefälle in die Freizeitwiese führt, dient der Besucherlenkung und Aktivierung des Gesamtquartiers. Darüber hinaus übernimmt sie aber auch die Ableitung des Regenwassers als attraktives Freiraumelement. Entlang des diagonal verlaufenden Gehweges werden zudem Retentionskaskaden modelliert, öffentliche Gehwege mit Punkten zum Verweilen entstehen.

Castelnau Mattheis: Die Freizeitwiese

Die Freizeitwiese bildet den zentralen Anlaufs- und Umlenkungspunkt zur Naherholung im Gesamtquartier und darüber hinaus. Durch den Anschluss an die Landschaftstreppe und den bestehenden Rundweg stellt dieser weitestgehend als Grünland angelegte Bereich ideale Möglichkeiten für generationenübergreifende Spiel- und Freizeitangebote zu Verfügung.

Im Wesentlichen wird die vorgefundene Topographie erhalten. Durch eine dezente Geländemodellierung können parallel zu den Höhenlinien Terrassen geschaffen werden, auf denen unterschiedliche Nutzungen wie Spielplätze, ein kleines Spielfeld, Punkte zum Verweilen sowie Treffpunkte angeboten werden.

Castelnau Mattheis: Der Rundweg

Die Freizeitwiese schließt sich an den geplanten Rundweg an. Der Rundweg besteht zum großen Teil aus der zu erhaltenden, ehemaligen Panzertrasse und führt für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer einmal um das gesamte Quartier herum. Im nördlichen Bereich besteht ein fußläufiger Anschluss an den Grünzug Castelnau und damit an die infrastrukturellen Angebote im Stadtteil Trier-Feyen.

Castelnau Mattheis:
Das Regenwasser-
bewirtschaftungssystem

Das Regenwasserbewirtschaftungssystem mit weitestgehend offenen Ableitungsmulden, Drosselbauwerken sowie dezentralen Retentionsräumen und -kaskaden wird funktionale Regenwasserbewirtschaftung und ökologischer Lebensraum zugleich. Als Bestandteil des Natur- und Artenschutzkonzepts wird in den temporär überfluteten Retentionsbereichen eine wichtige Habitatfunktion geschaffen. Durch die dezentrale Drosselung des Regenwasserabflusses innerhalb des Muldensystems können die punktuellen Rückhaltebecken in ihrer Größe deutlich reduziert und wesentlich naturnäher gestaltet werden.  

Castelnau Mattheis:
Der Übergang zum FFH-Gebiet

Die Übergänge zum FFH-Gebiet* werden auf einen nördlichen und einen südlichen Zugang reduziert. Die Wegebeziehung in das Aulbachtal im Bereich des Terrassenparks wird durch eine Geländemodellierung und den sogenannten Retentionsraum (RRB 1) unterbrochen. Das nördliche Tor in das FFH-Gebiet* schließt an den Grünzug des Quartiers Castelnau an. Entlang der bestehenden Trasse wird ein Wanderparkplatz auf eine kleine Platzsituation führen. Eine Bank unter Bäumen lädt zum Studieren der Informationstafel über die Besonderheiten des FFH-Gebietes* Mattheiser Wald ein. Analog hierzu wird im südlichen Tor zum FFH-Gebiet* ein Wanderparkplatz auf und entlang des bestehenden Rundweges angelegt. Ein Wegweiser und eine Informationstafel sensibilisieren auch hier für die Belange des Naturschutzes.

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